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Aurel Dawidiuk, unser Stipendiat 2021, dirigierte Mahlers 1. Sinfonie mit der NDR Radiophilharmonie Hannover
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- Geschrieben von Christian Schütte
Mahler in Clubatmosphäre. Was ungewöhnlich klingt - und auch ist - war jetzt in Hannover im NDR Konzerthaus zu erleben. Seit einigen Jahren gibt es dort das Format Phil & Chill. Die Foyers werden abgedunkelt, schon beim Betreten des Hauses sorgte ein DJ für musikalische Untermalung und leicht-lockere Stimmung. Es ist eine Bühne aufgebaut, wo im weiteren Verlauf des Abends eine Band auftreten wird. Junges, noch konzertunerfahrenes Publikum soll mit diesem Format ins Haus gelockt werden, und an diesem Abend funktionierte das ganz und gar. Das Haus war ausverkauft, und das junge, neugierige Publikum fand sich dann zwischen dem Beginn im Foyer und der anschließenden Party ebendort für eine gute Stunde im großen Sendesaal ein, um einem symphonischen Programm zu lauschen. Mit viel Moderation und Erklärung, was hier absolut passend ist.

An diesem Abend erklang nun mit Mahlers 1. Symphonie “Der Titan” ein Schwergewicht. Dass das Publikum davon aber restlos begeistert war, und hoffentlich Lust auf mehr Musik dieser Art bekommen hat, verdankte sich einzig unserem ehemaligen Stipendiaten Aurel Dawidiuk, der ab der kommenden Saison Chefdirigent der Bochumer Symphoniker wird und schon eine ganze Reihe bedeutender Orchester geleitet hat. Wie steil der Weg nach oben ist, auf dem er sich befindet, daran ließ sein Dirigier-Debüt mit Mahler keinen Zweifel. Sicher und souverän führte er die groß besetzte NDR Radiophilharmonie durch die Partitur. Mit viel Leichtigkeit, aber auch mit höchster Konzentration. Das machte einfach nur Freude beim Zuhören und -sehen.

Zwei Tage vor dem Konzert hatten wir schon die Möglichkeit, zusammen mit Mitgliedern des Freundeskreises der Radiophilharmonie bei einer Probe zuzuhören. Im Anschluss daran stand uns Aurel Dawidiuk noch eine halbe Stunde Rede und Antwort. Mit großer Aufmerksamkeit werden wir seinen weiteren Weg verfolgen, besonders natürlich ab diesem Herbst in Bochum, und ihn sicher einmal dort bei einem Konzert besuchen.